Wohnstadt Carl Legien
Die Wohnstadt Carl Legien entstand nach den Idealen des "Neuen Bauens" in den Jahren 1929 bis 1930 im Norden des dicht besiedelten Bezirks Prenzlauer Berg. Mitten in einem Gebiet mit Mietskasernen und dunklen Hinterhöfen sollte eine Siedlung mit viel Grün und hellen Wohnungen entstehen. Allerdings musste aufgrund des hohen Grundstückspreises eine effektive Nutzung des Geländes gefunden werden.
Aus diesem Grund wurde in einer möglichst dichten und hohen Stockwerkbauweise geplant und gebaut. Dennoch entstanden helle und komfortable Wohnungen mit Loggien, Balkonen und großflächig begrünten Innenhöfen. Eine U-förmige Anordnung der Gebäude lässt im Innern der Häusergruppen eine großzügige Freifläche den so genannten Wohnhof zu, auf den man von den langgestreckten Loggien der Wohnhäuser aus Einblick hat.
Die breite und grün bepflanzte Erich-Weinert-Straße zieht sich als zentrale Allee mitten durch die Siedlung. Entlang dieser Straße erstrecken sich auf beiden Seiten die Häuserkomplexe. Insgesamt wurden 1149 Wohnungen mit eineinhalb bis viereinhalb Zimmern gebaut, wobei die Wohnungen bis zu zwei Zimmern den größten Teil ausmachten (80 %).
Zur Infrastruktur gehörte eine Zentralwäscherei und Einkaufsläden für den alltäglichen Bedarf, die sich an der Erich-Weinert-Straße konzentrierten, ebenso die Restaurants und Cafés. Heute gehört die Wohnstadt Carl Legien der Pirelli RE.