Deutsch-jemenitischer Austausch zum UNESCO-Welterbe – "Initiative Welterbe" informiert über Tourismusmarketing-Strategien

Berlin, 1. Juli 2008. Am Montag, den 30. Juni 2008, lud die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) zu einem deutsch-jemenitischen Expertenaustausch zum Thema Tourismus- und Marketingstrategien von Weltkulturerbestätten ein. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Vermittlung des Umgangs mit der Erhaltung, Pflege und Vermarktung der deutschen Weltkulturerbestätten an eine jemenitische Delegation, bestehend aus wichtigen Vertretern der Bereiche Urbanistik, Stadtentwicklung und Denkmalpflege der drei UNESCOWeltkulturerbestätten im Jemen.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Marion Frank, GTZ, an der unter anderem die Experten Bernhard S. Elias, Initiative Welterbe – Siedlungen der Berliner Moderne / Leiter Unternehmenskommunikation Deutsche Wohnen AG, der stellvertretende Vorstand der UNESCO-Welterbestätten Deutschland e. V. / Berlin Tourismus Marketing GmbH, Dr. Heinz Buri sowie Brigitte Faber-Schmidt vom Kulturland Brandenburg teilnahmen. Zentrales Thema der Diskussionsrunde stellten die tourismuswirtschaftlichen Möglichkeiten dar, die die Welterbestätten für eine gesamte Region eröffnen. Anhand von aktuellen und praxisnahen Projekten wurden der jemenitischen Delegation Wege einer effizienten und öffentlichkeitswirksamen Tourismusstrategie aufgezeigt. "Unsere Erfahrungen, die wir bereits mit der Vermarktung unserer Siedlungen gemacht haben an die jemenitische Delegation weiterzugeben, ist eine Selbstverständlichkeit. Zwar sind unsere Siedlungen noch nicht UNESCO-Welterbe, trotz dessen stehen wir ebenso wie die Jemeniten vor der Herausforderung, großflächige, bewohnte Areale touristisch zu erschließen", betont Bernhard S. Elias. Im Rahmen dieses Prozesses hat die "Initiative Welterbe" eine Kooperation mit der Technischen Universität, Institut für Architektur, ins Leben gerufen. In einem Workshop werden hier Konzeptionen zur touristischen Erschließung der modernen Sozial(Reform-)bauten der 1920er Jahre entwickelt. Erste Ergebnisse aus den Arbeiten der Studenten wurden der jemenitischen Delegation während des Erfahrungsaustauschs präsentiert.

Hintergrund

Der Jemen hat in den letzten Jahren eine Reihe von politischen Reformen in Gang gesetzt, deren Hauptziel die Dezentralisierung, Armutsbekämpfung und die Stärkung der politischen Pluralität sind. Dabei hat sich herausgestellt, dass insbesondere den großen Städten des Jemens eine wichtige Rolle zukommt, da von ihnen wichtige Impulse für die wirtschaftliche Entwicklung und Armutsbekämpfung im Land ausgehen. Eine Schlüsselrolle nehmen hierbei die drei UNESCO-Weltkulturerbestätten im Jemen ein: die Altstadt von Shibam mit der Stadtmauer, die Altstadt von Sana´a und die Medina von Zabid. Durch die Erhöhung des Tourismus erhofft sich das Land eine zusätzliche Einnahmequelle, die dafür genutzt werden könnte, der Entwicklung und den Reformen des Landes weiter Vorschub zu leisten.

Initiative Welterbe – Siedlungen der Berliner Moderne

Im Juli dieses Jahres wird darüber entschieden, ob sechs Berliner Siedlungen der Moderne UNESCO-Welterbe werden. Zur Begleitung des Entscheidungsprozesses der UNESCO haben die Deutsche Wohnen Gruppe, Pirelli RE und die Berliner Bau- und Wohnungsgenossenschaft von 1892 eG die "Initiative Welterbe – Siedlungen der Berliner Moderne" ins Leben gerufen. Die Eigentümer der Gartenstadt Falkenberg, Siedlung Schillerpark, Wohnstadt Carl Legien, Großsiedlung Siemensstadt, Hufeisensiedlung Britz und der Weißen Stadt wollen mit dieser Initiative ein Zeichen für das Kulturerbe Berlins setzen und die Aufmerksamkeit der Bevölkerung für dieses Thema schärfen.

Kontakt
Initiative Welterbe – Siedlungen der Berliner Moderne
Annemarie Kophal
Tel. 030-81 46 46 00
http://www.initiative-welterbe.de/

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